Freitag, 12. August 2011

Hochpreisland Schweiz

Die Preise sind in der Schweiz für viele Produkte und Dienstleistungen im Verhältnis zur Europäischen Union um rund ein Drittel höher. Dafür ist nicht nur der starke Franken gegenüber dem Euro verantwortlich. Die Ursachen dafür wurden bereits 2003 in einer Studie im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) untersucht. In einem Vergleich der relativen Preisindizies Schweiz und EU-9 ergaben sich die grössten Preisdifferenzen bei Nahrungsmitteln, Mieten, medizinischen Produkten und Leistungen, Gastgewerbe, Haushaltsgeräten sowie Freizeit.

Als Ursachen für diese Unterschiede wird die Wettbewerbsintensität als wichtiger Erklärungsfaktor angeführt. 44% der Preisdifferenzen lassen sich über die geringere Wettbewerbsintensität im Vergleich zu den in der Studie gewählten EU-Ländern erklären. Wettbewerbshemmend wirken jede Art von Marktmacht (z.B. vertikale Vereinbarungen) und wettbewerbspolitische Regulierungen. Mitbestimmend sind hierbei auch die sozialpolitischen Wettbewerbseinschränkungen. Erstaunlich ist, dass die Lohnunterschiede nur gerade 11% und Standortfaktoren 17% der Preisdifferenz erklären können. Standortfaktoren umfassen insbesondere die topografischen Eigenschaften eines Landes oder die Kleinräumigkeit eines Marktes. Faktoren also, die in Ländern wie Norwegen, Schweden oder Dänemark auch vorkommen.

Die Analysen zeigten, dass sich in allen untersuchten Bereichen ein wesentlicher Teil der Preisdifferenzen mit der beschränkten Wettbewerbsintensität erklären lässt und dass dieser Anteil aus gesamtwirtschaftlicher Sicht relevant ist. Zwei Zielsetzungen haben die Autoren in den Vordergrund gestellt:
• eine stärkere Zusammenführung des schweizerischen mit dem europäischen Mark sowie
• eine Intensivierung des Wettbewerbs zwischen den Akteuren a.uf den einzelenen Märkten in der Schweiz

Bis bald
Patrick Winkler

Gewerbeschutz
Vimentis

Sonntag, 24. Juli 2011

Spreizfuss

Der Spreizfuss ist eine erworbene Vorfussüberlastung. Niemand wird mit einem Spreizfuss geboren. Es kann eine familiäre (genetische) Neigung zum Spreizfuss vorliegen, ungeeignetes Schuhwerk oder grosse Belastung der Füsse können Faktoren sein. Oder eine Kombination von allem. Auch rheumatische Erkrankungen, diabetisches Fussyndrom oder Lähmungen können zu den Ursachen gezählt werden.

Das Problem des Spreizfusses sind seine Verwandten: Die Druckstellen an der Balle, Hallux valgus und Zehenfehlstellungen. Meistens sind Spreizfüsse mit Schmerzen verbunden und müssen behandelt werden.

Die einfachsten Massnahmen sind Schuhe mit guter Sohlendämfung, Fussbett und flachem Absatz. Genügt dies nicht mehr sind massangefertigte Einlagen angezeigt. Besonders Begleiterscheinungen wie Druckempfindlichkeit, Verhornung und Zehendeformation sind Zeichen für die Notwendigkeit. Auch Schuhzurichtungen wie Schmetterlingsrollen und Ausweiten der Schuhe können als ergänzende Massnahmen nötig werden.

Das Problem bei diesen Additiven Massnahmen: Die Schuhe sehen manchmal schwer und unförmig aus. Besonders bei den Einlagen haben wir oft das Problem, dass sie mehr Platz wegnehmen als Druckstellen entlasten. Änderungen und Zugaben (Einlagen) an konfektionierten Schuhen haben Grenzen, die von Deformations- und Beschwerdengrad gesetzt werden.

Jenseits dieser Grenze ist der Kunde besser mit einem massgeschneiderten, orthopädischen Mass-Schuh versorgt. Wir haben die Erfahrung folgender Vorteile gemacht:
- Die Entlastungswirkung auf den Fuss ist höher, das Hilfsmittel effektiver
- Die Schuhe sehen ästhetisch besser aus als geänderte Komfortschuhe
- Die Passform ist besser, besonders der Fersenschluss und der Zehenraum

Wir arbeiten mit CAD-CAM Technik und haben eine grosse Auswahl von Designmöglichkeiten. Der Kunde kann Farbe, Modell und Werkstoffe selber auswählen kann.

Bei medizinischer Indikation besteht ein Anspruch auf Kostenbeteiligung*. Wer aus eigener Tasche bezahlt rechnet mit einem Preis der Schuhe von durchschnittlich CHF 1'400.-**, die Leisten als einmalige Herstellung CHF 800.- **.

Genügen Platz bei den Zehen, Entlastung am Hallux und kein Rutschen mehr an der Ferse! Für denjenigen, der keine Beschwerden hat vielleicht nichts besonderes, für den Leidenden jedoch ein neues Lebensgefühl.

Bis bald
Patrick Winkler

*nur wenn die Voraussetzung der Versicherung und der Verordnung erfüllt sind
**inkl. MWSt., Preisangabe nicht bindend

Montag, 18. Juli 2011

Kosmetik

Ich mich werde heute mit dem Begriff Kosmetik im Zusammenhang mit Schuhen befassen. Kosmetik ist vom altgriechischen Verb [κοσμέω] kosméo „schmücken“ abgeleitet. Im Allgemeinen wird der Begriff für die Körper- und Schönheitspflege verwendet. Wir verwenden den Begriff um die Verschönerung von orthopädischen Schuhen durch Modell-, Farb- und Materialwahl und Kaschierungen zu beschreiben.

Die moderne Orthopädieschuhtechnik bietet hier eine Fülle von Variationen. Der Kunde kann sich seinen Schuh selber zusammenstellen aus einer vielfältigen Auswahl von Farben und Lederarten, die in verschiedenen Kombinationen eingesetzt werden können. Die Modellkataloge bieten eine Reichhaltige Auswahl von Vorlagen.

Mit Ästhetik und Kosmetik verbessern wir die Schuhe, soweit es Deformation und Pathophysiologie zulassen.

Bis bald
Patrick Winkler

Donnerstag, 7. Juli 2011

Ästhetik

Ästhetik kommt vom altgriechischen aísthesis und bedeutet „Wahrnehmung“. In meiner täglichen Arbeit habe ich mit Ästhetik zu tun bei der Gestaltung der Leistenformen.
Ein Leisten ist eine Formschablone, die der Orthopädieschuhmacher benutzt um Mass-Schuhe herzustellen, manchmal auch um Änderungen an Konfektionsschuhen zu machen. Bei orthopädischen Mass-Schuhen hat jeder Kunde seinen eigenen individuellen Leisten, der nur für ihn gebraucht wird. Das Erscheinungsbild des Schuhes hängt von der Ästhetik des Designs ab. Ist die Form natürlich, wird auch der Schuh ein natürliches Aussehen haben.

Zuerst tasten wir die Körperoberfläche des Fusses mit einem optischen 3D-Scanner ab. Dadurch erhalten wir einen Datensatz, der mit spezieller Software ein Design erhält, d.h. auf die Form gebracht wird, die sich eignet um einen Schuh damit zu konstruieren. Diese Form wird auf einer computergesteuerten Fräsmaschine aus einem Stück Holz gefräst und davon wird eine durchsichtige Folie hergestellt, mit der wir die Feinheiten der Passform und Einstellung überprüfen können. Nach diesem Arbeitsschritt wird das Leistenmodell nachgetunt (man sagt auch „chaussiert“) und auf den endgültigen Zustand gebracht. Jetzt kann der Schuh hergestellt werden.

Das Design und Anpassen von Leisten für orthopädische Mass-Schuhe bei komplexen Fussdeformationen und Fehlfunktionen ist unsere Kernkompetenz und tägliche Arbeit. Aus Erfahrung wissen wir, dass dieser Arbeitsschritt der entscheidende ist was die Passformqualität und Funktionalität des Schuhes betrifft. Das Wissen und Können meiner Mitarbeiter fokussiert sich in der Formgestaltung und Ästhetik. Ästhetik ist in diesem Zusammenhang nicht ein Verschönerungsanhängsel sondern eine wichtige Grundlage des Good-Design.

Bis bald
Patrick Winkler

Donnerstag, 30. Juni 2011

Lockere Schuhe, gute Schuhe?

Stellen Sie sich vor: Frau X hat schmerzhafte und empfindliche Zehen, alle Schuhe drücken. Frau X kauft sich deshalb die weitesten Schuhe und sogar zwei Nummern zu gross, die sie finden kann und - darum geht es - schnürt sie nur locker zu. "Wenn ich die Schuhe fest zuziehe, würde es mich drücken" denkt sie.
Leider falsch entschieden, die Schuhe dürcken noch immer und die Ferse schlappt, vorne im Schuh stossen die Zehen an und hinten an der Ferse ist Hohlraum. Die Reaktion von Frau X ist zwar nachvollziehbar aber genau die Falsche. Ein Spreizfuss (das ist die Voraussetzung für Zehendeformationen) hat immer die Tendenz in einem Schuh nach vorne zu rutschen, und je weiter der Fuss rutscht, desto grösser wird der Druck auf die Zehen. Das Gegenteil vom lockeren Verschliessen ist richtig: Geben sie sich einen guten Halt im Schuh, schnüren sie gut zu damit die Ferse in der Kappe bleibt. Der Rest, die Anpassung des Schaftes und der Einlage, ist dann die Aufgabe des Orthopädieschuhmachers. Damit sie wieder Gehen können wie auf Wolken.

Bis bald
Patrick Winkler

Freitag, 24. Juni 2011

Zunftgeist

Christoph Bernoulli, ein Mitglied aus der berühmten Basler Bernoulli-Gelehrtenfamilie war Naturforscher, Ökonom und Professor an der Basler Universität. Daneben kann man ihn als geistigen Vater der Basler Gewerbeschule bezeichnen.

Im Jahr 1822 warb er für die Einführung der Gewerbefreiheit und die Einschränkung der Monopolmacht der Innungen. Er stiess damit auf heftigen Widerspruch der damaligen Standesvertreter. In ärgerlichem Ton verteidigte der Basler Zunftmeister Johann Jakob Vest die herrschende Wirtschaftsordnung gegen Bernoulli's Vorschläge:
"Wir geben auch zu, daβ die höhere Industrie, fabrikmäβiger Betrieb und Maschinen wirklich das einzig verderbliche Uebel einer zügellosen Concurrenz sey, um dadurch die Handarbeit zu ersparen, den Handwerker und Arbeiter zu ruinieren."*
Freier Handel und Gewerbe bedeuteten das Ende des Zunftmonopols und das Wort Concurrenz war Synonym für den freien Mark, in den Augen der Zunftgenossen eine Beleidigung ihrer Ehre. Die Kämpfe der Erneuerer und Bewahrer hielten in Basel noch lange an und immer wieder wiesen die Konservativen auf die angeblich schlechten Erfahrungen mit der Gewerbefreiheit in anderen Städten. Mit der Bundesverfassung von 1848 wurde durch die Einführung des freien Warenverkehrs eine erste Bresche in die Mauer der Zunftordnung geschlagen. Aber erst 1874 mit der ersten Revision der Bundesverfassung wurde schweizweit die Gewerbefreiheit garantiert womit die alte Ordnung endgültig besiegelt wurde.

Der Disput zwischen Christoph Bernoulli und Johann Jakob Vest ist ein interessantes Zeugnis über eine frühe Debatte um die Gewerbefreiheit in Basel.

Bis bald
Patrick Winkler

* Quelle: Johann Jakob Vest: Beantwortung und Wiederlegung der von Herrn Professor Christoph Bernoulli im Druck und zu öffentlichem Verkauf herausgegebenen Schrift:
Ueber den nachtheiligen Einfluß der Zunftverfassung auf die Industrie mit besonderer Hinsicht auf Basel. Basel, in der Schweighauser’schen Buchhandlung, 1823

Samstag, 11. Juni 2011

Wieder einmal ist das Q-Audit über die Bühne gegangen und ich will Ihnen etwas über das überwachte Qualitätssicherungssystem berichten.

Qualitätssysteme sind dazu da, die Geschäfts- und Herstellungsprozesse zu standardisieren und dadurch lenk- und kontrollierbar zu machen und unter anderem Rückverfolgbarkeit, Fehlererkennung und weiteres zu gewährleisten. Verschiedene Regulierungen verlangen Normen, wie der betriebliche Unfallschutz und Gesundheitsschutz, die Sicherheit bei medizinischen Hifsmitteln und der persönlichen Arbeitsausrüstung (z.B. Sicherheitsschuhe). Es ist überdies auch wichtig beim Austausch von Dienstleistungen im Herstellungsbereich von individuellen Mass-Schuhen. Deshalb sind wir nach EN ISO 9001 und 13485 zertifiziert.


Mehr erfahren können Sie unter InerQ.

Bis bald

Patrick Winkler